Zementierung der von uns hergestellten vollkeramischen Restaurationen

Zementierung der von uns hergestellten vollkeramischen Restaurationen

Wir haben für Sie auf dieser Seite eine Zusammenfassung erstellt, mit welcher Befestigungsmethode die speziell von uns im Labor gefertigten vollkeramischen Restaurationen eingesetzt werden sollten. Hierbei beziehen wir uns hauptsächlich auf den Verbund zwischen Restauration und Zementierungsmaterial, die grundlegenden Verarbeitungsanweisungen sind der jeweiligen Herstellerwebsite entnommen. Wir haben Ihnen dazu eine Reihe von Links zusammengestellt, die Sie zu den detaillierten Ausführungen der Hersteller weiterleiten. Sie finden hier ausschließlich Anweisungen zur Verarbeitung. Falls Sie sich für die werkstoffkundliche Seite interessieren, aus welchen Gründen die Materialien unterschiedliche vorbereitet werden müssen, dann finden Sie weitere Informationen in der Rubrik "Exkurs in die Werkstoffkunde".

Im Gegensatz zu den metallischen Konstruktionen kommt aufgrund der vorhanden Transluzenz bei den Keramiken die ästhetische Komponente ins Spiel. Auch dünne Schichtstärken bei Veneers oder Inlays bzw. Onlays können bei unpassender Zementierung das farbliche Erscheinungsbild drastisch beeinflussen. Einige Hersteller bieten ihn diesem Zusammenhang provisorische Compositekleber an, mit denen die Farbgebung vor endgültiger Zementierung getestet werden kann. Über den Download-Button können Sie sich den Text auch noch einmal herunterladen.

Ein interessanter Artikel über die Befestigung von dünnen Glaskeramik-Restaurationen ist auf der Seite der EADT (European Association of Dental Technology), zu der Sie auch hier gelangen.

 

Presskeramik (Ivoclar Vivadent Emax® Press )   

Hierbei handelt es sich um Lithiumdisilikatkeramik, bei denen grundsätzlich eine Ätzung der Oberfläche notwendig ist. Die fertige Restauration wird daher noch bei uns im Labor, sofern nichts anderes vereinbart, mit Flusssäure angeätzt. Es werden auf diesem Wege Mikroretentionen geschaffen, welche den späteren Haftverbund zum Befestigungsmaterial ermöglichen bzw. verstärken. Jede weitere Behandlung der Restauration wird von diesem Punkt an von Ihnen in der Praxis durchgeführt. Die Oberfläche der Glaskeramik muss zwingend kondioniert werden. Dies geschieht durch die Applikation von Silangruppen durch ein Bondersytem auf die von der Säure geschaffenen Mikroretentionen. Nur so kann eine chemische Bindung zwischen dem organischen Befestigungszement und der anorganischen Keramik entstehen.

Es werden auch Präparate angeboten, die das Ätzen und Konditionieren in sich vereinen (z.B. Monobond Etch & Prime von IPS Ivoclar Vivadent), die Ätzung mit Flusssäure (oder einem alternativen Ätzgel) entfällt in diesem Fall. Die Oberfläche der Restauration kann im Falle des Kontakts mit Speichel, Blut oder ähnlichem mit Phosphorsäure gereinigt werden, die Silangruppen müssen dann jedoch erneut mittels Bonder aufgetragen werden. Die Restaurationen dürfen nicht abgestrahlt werden.

 

Zirkoniumdioxid (Henry Schein Dental Zirlux® FC2 und Zirlux® 16+)

Bei der Befestigung von Zirkoniumdioxidrestaurationen kann die relativ hohe Affinität zu Phosphorsäure genutzt werden. Da ein Ätzen der Oberfläche durch z.B. Flusssäure aufgrund der fehlenden Glasphase nicht möglich ist, muss die chemische Bindung zwischen Befestigungsmaterial und Zirkoniumdioxid auf anderem Wege hergestellt werden. Kunststoffzemente auf MDP-Basis sind dazu in der Lage. Dabei handelt es sich um Methacrylat-Monomere, die mit bifunktionellen Phosphorsäuregruppen ausgestattet sind. Letztere sind in der Lage, den Verbund zwischen Kunststoffzement und Zirkonoberfläche herzustellen. Panavia™ gehört zu diesen Materialien, welches von uns ebenfalls zum Verkleben von individuellen Abudments verwendet wird. Phosphorsäuregel darf nicht zur Reinigung verwendet werden, da die hohe Reaktivität zur Bildung einer festen Phosphorschicht führt und die Haftwerte drastisch sinken können.

Aufgrund der charakteristischen Materialeigenschaften wird auf das Sandstrahlen mit Al2O3 weitestgehend verzichtet, falls nötig kann mit einem sehr niedrigen Druck (max. 0,05 bar) eine Art Reinigungsstrahlen durchgeführt werden. Die Bearbeitung des fertig gesinterten ZrO2 sollte vermieden werden. Ist es doch nötig, z.B. um die okklusalen oder approximalen Kontaktpunkte einzuschleifen, muss mit einer über ausreichend Wasserkühlung verfügende Turbine gearbeitet werden. (weitere Informationen zum Oxidkeramiken finden Sie hier).