Legierungen in der Zahntechnik

Legierungen in der Zahntechnik

Als Legierung bezeichnet man ein ein Gemisch aus mehreren Metallen, die durch Aufschmelzen mit darauffolgendem Abkühlen auf atomarer Ebene miteinander verbunden sind. Durch Legierungsbildung können die Eigenschaften der einzelnen Metalle kombiniert und auch verbessert werden. Es ist jedoch auch möglich, durch diesen Prozess ein Material herzustellen, welches völlig andere Eigenschaften als die einzelnen Komponenten besitzt. Bezüglich der Eigenschaften sind in erster Linie natürlich Biokompatibilität, mechanische Eigenschaften oder auch Verarbeitung zu nennen. In der Zahntechnik wird eine Vielzahl von Typen eingesetzt, neben Edelemtalllegierungen sind auch Nicht-Edelmetalle vorzufinden. Erfahren Sie an dieser Stelle, woraus die Legierungen bestehen und für welche Indikationen sie vorgesehen sind.

 

Edelmetall

Sie lassen sich in hochgoldhaltige sowie goldreduzierte Legierungen einteilen, außerdem zählen Palladium- und Silber-Legierungen dazu. Die Einteilung erfolgt in Deutschland nach den auftretenden chemischen Hauptbestandteilen. Ob nun hochgoldhaltig oder goldreduziert, aus ihnen können vollanatomische Restaurationen hergestellt werden. Es ist ebenfalls möglich, sie als aufbrennfähiges Gerüstmaterial zu verwenden. Letzteres  ist dafür vorgesehen mit Keramik verblendet zu werden. Hochgoldhaltige, nicht aufbrennfähige Legierungen enthalten nach DIN EN ISO 1562 einen Mindestanteil von 75 (Gewichts-)% Gold. Es gibt unzählig viele mögliche Legierungsbestandteile, von Silber über Palladium oder auch Kupfer. 

 

Nicht-Edelmetall (NEM)

Die edelmetallfreien Legierungen in der Zahntechnik sind zum Großteil Kobalt-Chrom (-Molybdän)-Legierungen, die für Kronen-und Brückentechnik, Doppelkronentechnik und Modellgusstechnik Verwendung finden. NEM ist gerade für großspannige Brücken sehr geeignet, weil es durch den relativ hohen Elastizitätmodul (E-Modul) den auftretenden Belastungen sehr gut standhalten kann. Für die hohe Härte und Festigkeit ist in diesem Legierungssystem hauptsächlich Kobalt verantwortlich, das beim Erstarren in einer Umwandlung seine kristalline Form ändert. Es entstehen feine Nadeln und durch deren Verkeilung ineinander sowie die Einlagerung von Chrom auf atomarer Ebene kann eine hohe mechanische Festigkeit erreicht werden. Die hervorragende Korrosionsbeständigkeit von NEM resultiert aus dem Chrom, besser gesagt aus der Bildung einer Oxidschicht. Die Oxidschicht des Chroms bleibt auch im feuchten Mundmilieu erhalten und die Restauration ist dadurch vor den korrosiven Einflüssen geschützt.

 

Titan

Titan wird aufgrund seiner hervorragenden mechanischen Eigenschaften und der hohen Biokompatibilität vorrangig als Implantatmaterial verwendet, auch außerhalb des zahnmedizinischen Bereichs. Titan besitzt ein relativ niedriges spezifisches Gewicht bei gleichzeit hervorragenden Werten der Festigkeit sowie Korrosionsbeständigkeit. Titanlegierungen können je nach Anwendungsgebiet in ihren mechanischen Eigenschaften durch Zugabe von Aluminium, Zinn, Gallium, Indium, Zirkoniumdioxid, Vanadium, Molybdän usw. ganz gezielt beeinflusst und so auf den Einsatzbereich angepasst werden.

 

 

 

 

 

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