Überblick Befestigungsmethoden

Überblick Zementierung

Mit dem Wachstum der Materialvielfalt in der Zahntechnik steigen auch die Anforderungen an die Befestigungsmaterialien. Welche Konditionierung von Materialoberfläche und auch der Restzahnsubstanz ist notwendig, um eine höchstmögliche Lebensdauer der Restauration zu ermöglichen?  Auch wenn der Umgang mit den Restaurationen generell nach gleichen Prinzipien erfolgt, so unterscheiden sich die Angaben der Hersteller doch voneinander. Um nicht in der Flut an Informationen und Befestigungsmethoden unterzugehen, werden an dieser Stelle die von uns verwendeten Materialien und deren Handhabung nach Herstellerempfehlung in der Praxis vorgestellt. Vorweg zeigt die folgende Auflistung die gängigen Zementarten, die zur Eingliederung verwendet werden. Es ist wichtig, entsprechend des Restaurationswerkstoffes das passende Befestigungsmaterial auszuwählen, so dass neben der größtmöglichen Haftung auch die ästhetischen Ansprüchen erfüllt werden können. Weiter unten finden Sie eine Tabelle, welche die Befestigungsmöglichkeiten der Restaurationen zusammenfasst. Außerdem finden Sie rechts Weiterleitungen zu Seiten, auf welchen die Herstellerfirmen sehr hilfreiche Informationen zusammengestellt haben.

 

Phosphatzemente

Ein klassisches Material, welches beim konventionellen Zementieren Anwendung findet ist der sog. Zinkphosphatzement. Zinkoxid in Pulverform reagiert mit einer 50-70%igen Phosphorsäure. Das Mischungsverhältnis beeinflusst das Reaktionsprodukt hinsichtlich seiner Eigenschaften (wie z.B. Viskosität, Festigkeit, Löslichkeit und Toxizität). Je höher der Pulveranteil, desto höhere Härtewerte und geringere Löslichkeiten konnten festgestellt werden. Gleichermaßen verringert sich jedoch auch das Verarbeitungsfenster und die Viskosität. Das korrekte Positionieren der Restauration kann so erschwert werden. Der bekannteste Vertreter der Zinkphosphatzemete ist Harvard Cement, welcher seit dem 19 Jahrhundert Anwendung findet.

Grundsätzlich deckt dieses Befestigungsmaterial einen großen Indikationsbereich ab. Direkte Befestigung auf dem Zahnstumpf ist ebenso möglich wie die Zementierung implantatgetragener Suprakonstruktionen. Kronen und Brücken aus Zirkoniumdioxid können ebenso wie Silikat- und Lithiumdisilikatkeramik und metallische Konstruktionen wie Goldinlays o.ä. verklebt werden.

Aufgrund der chemischen Zusammensetzung und der vorausgehenden sauren Abbindereaktion können vitale Zähne eine Hypersensibilität erfahren. Auch ist die Löslichkeit des Zements im Vergleich zu anderen Befestigungsmaterialien recht hoch.

 

 Glasionomerzemente

Hierbei handelt es sich zumeist um ein Reaktionsprodukt von Polyacrylsäure und pulverförmigen Aluminiumsilikatglas. Die Carboxylgruppen, die in der Polyacrylsäure vorhanden sind, gehen einen chemischen Verbund mit den Kalziumionen des zahnschmelzeigenen Hydroxylapatits ein und es entsteht so eine relativ hohe Festigkeit der Verbundzone. Auch hier handelt es sich um eine saure Abbindereaktion. Es muss daher eine möglichst vollständige lokale Trocknung der Zahnsubstanz erfolgt sein (Kofferdam), damit die Reaktion nicht durch Nebenprodukte beeinflusst wird. Die Indikationen sind denen der Phosphatzemente ähnlich.

 

 Adhäsive Befestigung

Immer häufiger erreichen uns Anfragen unserer Kunden, wie genau die Vorbereitung von Werkstoff und Restzahnsubstanz aussehen müsse. Geschuldet ist dies der Flut von neuen Produkten innerhalb der letzten Jahre, insbesondere bezogen auf die weitverbreitete Verarbeitung von Oxidkeramiken oder auch Hochleistungspolymeren. Die Frage, ob adhäsiv oder konventionell zementiert werden muss, wird in erster Linie durch das verwendete Material des Zahnersatzes bestimmt. Während Glaskeramiken aufgrund ihrer relativ geringen Festigkeit adhäsiv befestigt werden muss, kann bei Metallrestaurationen frei gewählt werden.  Ein genereller Konsens ohne wissenschaftliche Grundlage besteht in der Annahme, dass bei einer Festigkeit von weniger als 350 MPa die adhäsive Befestigung stattfinden sollte, während bei Werten darüber zwischen konventionellen und adhäsiven Befesitungsmethoden gewählt werden kann. In der Rubrik "Zementierung der von uns verwendeten Vollkeramiken" beschreiben wir Ihnen eine sichere Vorgehensweise, um Presskeramik bzw. Zirkonoxid korrekt einzusetzen.

 

 

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